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Unsere Chronik

Es war einmal…

… ein Gutsbesitzer mit Namen Theodor Zachau, welcher aufgrund der Polizeiordnung vom 20. September 1892 zum Brandmeister ernannt und als Organ der Polizeibehörde in Gemäßigkeit des §4 Absatz 2 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 bestätigt wurde. Sein rechtmäßiger Stellvertreter wurde der Maurermeister Dockhorn.

Bereits vor knapp 150 Jahren existierte in Barleben eine Armbindenformation, so wird in alten Schriften geschrieben. Diese war jedoch weder Reglementiert, noch von staatlicher Stelle kontrolliert und angeleitet. Ob nun beim Brand von 1855! diese Armbindenformation zum Einsatz kam ist stark anzunehmen, wenn es auch im Mitteilungsblatt der Regierung nicht eindeutig bestätigt wird.

“Am 15. des Monats, abends 8 Uhr, brannte in Barleben eine mit Korn angefüllte Scheune total nieder. Die Scheune war Eigentum einer hier wohnenden Witwe, das Korn gehörte verschiedenen weniger bemittelten Leuten. Die Entstehung des Brandes soll durch den siebenjährigen Sohn der Witwe bei Spielereien und Anzünden von “Pumtkielen” zum Rauche herbeigeführt worden sein. Ein größeres Unglück ist durch schnelle Hülfe und Windstille an diesem Abend verhütet worden.” (Amtliche Meldung aus dem Jahre 1855)

Zirka 35 Jahre nach dem geschilderten Brand hat sich im Dorf dann eine unter staatlicher Aufsicht stehende und nach vorgegebenen Reglementierungen funktionierende Freiwillige Uniformierte Truppe entwickelt zum Wohle der Gemeinde und ihrer Bürger.

In der Meldung der Regierung heißt es wie folgt:

“In Barleben sind aufgrund der Polizeiordnung am 20. September 1892 der Gutsbesitzer Zahau daselbst zum Brandmeister und der Maurermeister Dochhorn daselbst zum stellvertretenden Brandmeister ernannt und als Organ der Polzeibehörde bestätigt worden.”

Die Löschgeräte der Wehr wurden in einem unzureichenden kleinen Spritzenhaus, das sich an der Toreinfahrt zum Gasthof “Schwarzen Adler” befand, untergebracht.

Die Zeit der Weimarer Republik bis 1933

Anfang der 30er Jahre bestand die technische Ausrüstung der Wehr aus drei Handdruckspritzen und einer Gasspritze. Oft wurde zu dieser Zeit in der Gemeindevertretung über Anträge der Feuerwehr beraten. Umeist waren es Vorschläge für die Vergütung von Feuerwehrleuten und Wasserfahrern.

So fasste die Gemeindevertretung am 18.Juni 1923 den Beschluss, die Entschädigung der Feuerwehrleute festzulegen auf den ortsüblichen Handwerkerlohn. Nach dem großen Brand bei Bauer Schütte am 27./28.12.1924 wurde im Januar 1925 der Satz pro Stunde auf 0,65 Mark festgelegt. Interessant ist die Tatsache, dass nach jedem Brand neue Maßnahmen eingeleitet wurden zur Verbesserung der materiellen und technischen Möglichkeiten der Brandbekämpfung. So wurde nach dem Brand bei Bauer Schütte gefordert, einen verbesserten Anschluss zur Wasserentnahme bei der Feuerwehrwache einzurichten. Außerdem wurde ein Trockenturm zur Trocknung der Schläuche direkt am Feuerwehrhaus gefordert.

Oft wurde über die Wasserfahrer berichtet, hier kurz eine Erläuterung dazu. In der beschriebenen Zeit, gab es noch keine Hydranten oder Motorspritzen. Deshalb musste das Wasser von einer Zentralen Stelle (Feuerwehrhaus) zum Brandort gefahren werden. Und diese Wasserfahrer die in der Regel Bauern waren fuhren mit ihren Pferdegespannen das Wasser zum Brandort. Diese Wasserfahrer erhielten gestaffelt nach eintreffen am Brandort eine Geldprämie. Denn jeweils ersten drei Gespannen bekamen 9,- Mark; 7,- Mark und 5,- Mark Prämie.

[singlepic id=10 w=180h=120 float=left]In der Nacht vom 29. zum 30. August 1933 brannte die große Scheune des Landwirtes Karl Lüder in der damaligen Mittelstraße. In Auswertung des Großfeuers, wurde von der Gemeindevertretung am 17.Oktober 1933 festgelegt, das für die Wasserfahrer eine weitere Prämie zu zahlen sei, und zwar für die Stunde 2,- RM. Auch sollen nun alle Landwirte zum Wasser fahren herangezogen werden und die Entschädigung wird nicht mehr bezahlt. Kurz nach dieser Entscheidung wurden keine Wasserfahrer mehr benötigt, denn es wurden Hydranten in der Gemeinde angeschlossen.

Die Zeit von 1933 bis 1945

Über die Zeit des 2. Weltkrieges gibt es leider wenig zu berichten, da es keine Aufzeichnungen gibt. Wichtig ist vielleicht eins, am 08.August 1942 wurde die Feier zum 50. Jährigen Bestehen der Feuerwehr ins Kassenbuch eingetragen, 65,- RM für die Musik ausgegeben.

Auch sollten die Brände bei Dachdeckermeister Gaede, der Scheunenbrand bei Landwirt Goedecke und Landwirt Bürger am 30.12.1943 erwähnt werden.

Die Feuerwehr nach dem 2. Weltkrieg, sie wird straff organisiert.

18. Juli 1945 unter der Führung des Brandmeisters Wilhelm Neuschulz findet eine Versammlung zur Neuaufstellung der FF Barleben statt. Laut Verfügung des Landrates muss die Feuerwehr eine Sollstärke von 60 Mann haben. Die Rangabzeichen sollen erhalten bleiben, nur sämtliche Parteiabzeichen sind von der uniform zu entfernen. Des weiteren muss jede Woche eine Übung angesetzt werden, worüber eine Meldung zu erstatten ist.

Zu diesem Zeitpunkt hat die Feuerwehr Barleben einen LF 15 im Einsatz. Ein russischer Kommandant hat am 10.November 1945 verfügt, dass Mittwochabend Unterricht und Sonntag-vormittag eine Übung ab zu halten ist. Alle Personalien der Feuerwehrleute, ein Inventarverzeichnis über sämtliche Geräte müssen der russischen Kommandantur gemeldet werden. Kameraden die unentschuldigt dem Dienst fern bleiben, werden zur Pflichtarbeit gezwungen. Im Jahr 1946 führte die Feuerwehr daraufhin 36 Übungen durch und des öfteren wurden sie zum Arbeitseinsatz herangezogen um z.B. alte Flackstellungen abzubauen.

1947 verzeichnete die Feuerwehr drei Brände im Ort und vier Waldbrände in und um Colbitz.

Bei der Generalversammlung der Feuerwehr im Jahre 1949 beschäftigte diese sich hauptsächlich mit dem Großfeuer bei VEM (ehm. Ravia Spoer AG) am 06.01.1949. Hier wurden auch auswärtige Feuerwehren eingesetzt um der Lage Herr zu werden. Dieses Feuer gab Anlass zu einer längeren Debatte. Es fehlten zu diesem Zeitpunkt Hydranten vor allem auf dem Breiteweg. Außerdem solle jetzt intensiv über den Neubau eines Gerätehauses nachgedacht werden.

Am 23.02.1967 musste das LF 15 an die Feuerwehr Wolmirstedt abgegeben werden, da das bisherige LF der FF Wolmirstedt kaputt war. Zu dieser Zeit besaß die Feuerwehr Barleben noch ein Opel Blitz, der 1970 durch einen Garant abgelöst wurde. Dieses Fahrzeug wurde dann 1973 durch einen Werksneuen ROBUR LF 8 STA ersetzt.

Zu DDR Zeiten unterstand die Feuerwehr der Polizeibehörde. Die Feuerwehr Barleben war in den KAT – Schutzzug integriert, war dort im Technischen Zug. Einen guten Ruf im Landkreis genoss die Feuerwehr Barleben nicht zuletzt aus diesem Grund, sondern auch wegen der Erfolge im Feuerwehrkampfsport.

Eine immer einsatzbereite Mannschaft stand hier zur Verfügung, die Feuerwehr Barleben wurde deshalb auch oft zu überörtlichen Einsätzen eingesetzt. Alles das war dann mit der Wende fast vorbei. Die Kameradinnen und Kameraden hatten erstmal mit sich selbst genug zu tun. Mussten die Neuerungen erst einmal im Privaten verarbeiten. Der Feuerwehr bescherte die Wende nicht viel gutes, zumindest nicht in den ersten Jahren nach 1989. Mitgliederschwund, trotz wachsender Anforderungen, neue Bestimmungen die durchgesetzt werden mussten. Schwierigkeiten mit den Arbeitgebern die kaum oder gar keine Freistellungen für Lehrgänge und Einsätze zuließen. Doch einige Kameraden ließen sich nicht abschrecken, nahmen Urlaub um wichtige Lehrgänge zu machen.

Die Arbeit und Anforderungen der Feuerwehr Barleben wurden wie schon erwähnt immer höher und mehr. 1993 entschloss sich die Gemeinde ein großes Gewerbegebiet zu errichten, zahlreiche Ein- und Mehrfamilienhausgebiete entstanden. Die Einwohnerzahl erhöhte sich um fast 3000 Einwohner. Barleben wurde größer und die Feuerwehr bekam Auflagen. Neues Gerätehaus, neue Fahrzeuge.

In dieser Zeit des Aufschwunges, stabilisierte sich die Zahl der Mitglieder wieder. Viele Junge Leute die aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst nachgerückt waren. Von 16 aktiven nach der Wende, konnte im Jahr 1998 die Zahl der Einsatzkräfte verdoppelt werden.

Wehrleiter seit 1945 Jugendfeuerwehrwarte seit 1962
1945 – 1949 Wilhelm Neuschulz 1962 – 1990 Walter Görges
1950 – 1955 Richard Wiemann 1990 – 1992 Winfred Nabel
1955 – 1962 Alfred Lüdecke 1992 – 2000 Lars Rossow
1962 – 1982 Arnold Zimmermann
1982 – 1985 Rolf Dieter Schmidt
1985 – 1994 Walter Görges
1994 – 2004 Dieter Eckert
2004 – 2010 Patrick Säuberlich
2010 – heute Daniel Säuberlich

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